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Christkindleins Weihnachtsbaum
Erzählt von L. H. Richter
Das kleine Tannenbäumchen war so groß geworden, dass es mit den anderen Tannen zu den Weihnachtsbäumchen gehörte. Also war es ganz ungeduldig und konnte es gar nicht abwarten, bis die Weihnachtszeit kam.
Als nun das Christkindlein mit dem Nikolaus kam, die Weihnachtsbäume auszusuchen, waren diese ganz still und trauten sich kein Wort zu sagen. Als der Nikolaus sagte: "Wir können nur die ganz gerade gewachsenen Bäumchen brauchen", reckten sich alle tüchtig in die Höhe. Reihe um Reihe suchten die beiden Himmelsboten die schönsten Bäumchen aus.
Ein kleines Bäumchen, das übriggeblieben war und allein am Rande stand, weinte bitterlich, dass ihm die Tränen von den grünen Zweiglein tropften. Als das Christkind fragte, warum es denn so traurig sei, erzählte das Bäumchen: "Als ich noch ganz klein war und in der Gegend eine große Jagdgesellschaft war, hat mich ein Schuss aus der Büchse eines Jägers am Bein getroffen. Die Wunde hat drei Tage lang geblutet und als sie endlich geheilt war, bin ich jedes Jahr ein bisschen schiefer gewachsen. Nun dürfen meine Freunde fort, und ich werde wohl nie an die Reihe kommen."
Christkind und wendete seinen Blick dabei zum Nikolaus hin. "In der nächsten Woche verpacken wir Geschenke, auf die ein kleines Zweiglein gelegt wird, die sollen von dir sein und einen ganz kleinen Christbaum brauche ich, der mir beim Tragen nicht zu schwer wird, das soll deine Bäumchenspitze sein. Ist's recht so?"
"Freilich ist's recht, und ich danke euch von Herzen!" antwortete das Tannenbäumchen, dessen schöne Spitze nun Christkindleins Weihnachtsbaum werden sollte.

 

Winterlust


Morgen woll'n wir Schlitten fahren,
morgen um halb neune
spann ich meine Schimmel ein,
fahr ich ganz alleine.
Ganz alleine fahr ich nit,
da nehm ich meine Gretel mit.

Auf dem Schlitten, auf dem Schlitten
sind wir heute froh geritten,
sind geritten stolz und munter
von dem Berg ins Tal hinunter.

Abwärts sind wir rasch geflogen
aufwärts haben wir gezogen
an dem Stricke unsern Gaul.
Aufwärts war er immer faul.

nach Deinhard

 

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